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Ihr Reiseführer für die Kanaren


Roque del Oeste, Nebeninsel der Kanaren

 

Nahezu unbekannt ist, dass die sieben Kanarischen Inseln: El Hierro, La Gomera, La Palma, Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote und Teneriffa noch sechs weitere Nebeninseln nördlich von Lanzarote besitzen, von den allerdings nur eine, La Craciosa, bewohnt ist. La Craciosa ist mit 27 qkm die größte der Kleinen. Die 600 Einwohner leben vom Fischfang und vom Tourismus, der sich hier in bescheidenem Umfang entwickelt hat.

Die kleine Inselgruppe wird auch als Chinijo-Archipel bezeichnet und ist zusammengenommen nicht größer als 192,7 qkm. Verwaltungsrechtlich werden die kleinen Felsinseln Lanzarote und dort wiederrum dem Bezirk Teguise zugeordnet. Somit ist das Chinijo-Archipel der nördlichste Teil der Kanarischen Inseln überhaupt.

 




Neben La Graciosa gehören auch Los Lobos, das von Tagesgästen besucht werden kann und wo sich auch so mancher Fischer sein Wochenendhäuschen hingestellt hat; Alegranza, das mit gut 10 qkm die größte der Nebeninseln ist und das früher bewohnt war; Montana Clara; Roque del Este und das gegenüberliegende Roque del Oeste zum Chinijo-Archipel. Die gesamte Inselgruppe steht seit 1986 unter Naturschutz.

Das kleinste dieser Inseln ist Roque del Oeste, das etwa zwei Kilometer von Montana Clara entfernt ist. Mit nur 0,015 qkm Größe handelt es sich um nicht mehr als um einen Felsen vulkanischen Ursprungs, der 41 Meter hoch aus dem Meer aufragt.

Einen schönen Blick auf Montana Clara und Roque del Oeste hat man von der Nebeninsel La Graciosa aus. Nur La Craciosa wird von Fähren drei- bis viermal täglich angefahren. Nach Los Lobos werden Ausflüge auf Touristenschiffen angeboten, die einen Restaurantbesuch in einem der zwei dort vorhandenen Lokalitäten ermöglichen. Nach Roque del Oeste und auf die drei übrigen Inseln des Chinijo-Archipels gibt es keinen regelmäßigen Schiffsverkehr.

Auch ist es Touristen oder anderen Personen gar nicht erlaubt, Roque del Oeste oder die anderen naturgeschützten Inseln, ohne Genehmigung des Staates zu betreten, denn das Chinijo-Archipel ist, mit Ausnahme von La Graciosa, ein Vogelschutzgebiet ersten Ranges, das vor allem für Ornithologen interessant ist.

Die steilen Felsen des Roque del Oeste sind ein Refugium für Meisen, Kohlraben, Stieglitze, Amseln und Zaunkönige. Auch das Rotkehlchen ist hier zuhause, nur klingt seine Stimme anders als die der westeuropäischen Arten. Eine Vorliebe für Felseninseln besitzt auch der Fischadler und natürlich unzählige Möwen.

Der offizielle Name für den Naturpark, dem auch Roque del Oeste angehört lautet: "Parque National de los Isolotes de Norte Lanzarotey Riscos de Famara", was in deutscher Sprache soviel bedeutet wie: "Nationalpark der Inseln des nördlichen Lanzarote der Klippen von Famara."

Die plausibelste Theorie zur Entstehung von Roque del Oeste sowie der Kanarischen Inseln überhaupt, ist die des Kontinentaldrift, wobei die Inseln durch Verschiebung der unterseeischen Kontinentalplatten entstanden sein sollen.

Dabei sollen die östlichen Kanarischen Inseln Fuerteventura und Lanzarote die ältesten der Inseln vulkanischen Ursprungs sein. Ihr Alter wird auf bis zu zwanzig Millionen Jahre geschätzt. Somit wäre auch Roque del Oeste und die anderen Nebeninseln Lanzarotas, die nach dieser Theorie ebenso durch die Hebung der Platten aufgrund heissen Magmas "aus der Senke" gehoben wurden, schon seit Urzeiten als kleine Felseninsel im Atlantischen Ozean sichtbar.

 




Das Roque del Oeste nicht so ganz harmlos ist, besagt sein zweiter Name "Roque del Infierno", zu deutsch "Höllenfelsen". Dieser, nicht sehr schmeichelhafte, Spitzname wurde ihm von Seeleuten erteilt, denn die Strömungen im Atlantischen Ozean sind stark und manches stolze Schiff ist an den steilen Klippen des unscheinbaren Roque del Oeste zerschellt.

So ist Roque del Oeste für die einen nichts als ein gefährlicher spitzer Felsen, den es zu umfahren gilt, für die anderen aber Teil eines einzigartigen Naturraumes, wie es ihn auf unserer Erde immer seltener gibt und der nicht zu Unrecht geschützt werden muss und deshalb für Laien nur aus der Ferne zu bewundern ist.

 

 



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